Naturbelassene Sheabutter: Der Allrounder für alle Haartypen – Lockiges Haar

Während ich mich für das Schreiben dieses Artikels über die Pflege von Locken mit naturbelassener Sheabutter vorbereitet habe, bin ich auf erstaunlich viele Blogeinträge gestoßen, die ein „Bändigen von widerspenstigen Naturlocken“ versprechen. Dabei ist ein wesentliches Merkmal von lockigem Haar doch, dass es oft macht was es will. Kann man das wirklich mit dem richtigen Pflegeprodukt ändern? Ich glaube nicht!

Sehr wohl glaube ich aber daran, mit der richtigen Pflegeroutine das Beste aus unserer Lockenpracht herausholen zu können. Der LASOYI-Haarguide gibt dir Informationen darüber, wie du Naturprodukte wie Sheabutter für deinen Haartyp einsetzen kannst. Wir haben bereits über glattes und welliges Haar gesprochen. Lies dir am besten diese zwei Artikel durch, auch wenn du lockiges oder krauses Haar hast, denn es kommen immer wieder Informationen vor, die auf alle Haartypen zutreffen. Zum Beispiel haben wir im vorherigen Artikel über die Art der Beschaffenheit der Haare gesprochen und wie diese die Pflegeroutine bestimmt (Porosität der Haare).

Hier geht’s zum Test für die Bestimmung deiner Haarporosität.

Auch sagt die Struktur der einzelnen Haarsträhnen viel darüber aus, wie das Haar zu pflegen ist. Besonders wichtig für Menschen mit welligen, lockigen oder gekrausten Haaren ist, nicht an den Mythus zu glauben, dass Locken aufgrund ihres Volumens automatisch aus dickeren Haarsträhnen bestehen. Meist ist das komplette Gegenteil der Fall; je gekrauster das Haar, desto feiner die Strähne.

Naturbelassene Sheabutter hat sehr viele Eigenschaften, die man sich zu Nutze machen sollte. In unserem LASOYI-Guide für glattes Haar gehen wir genauer auf die Vorteile dieses Naturproduktes ein. Schau doch mal vorbei! 

Die Curly-Girl-Methode zur Bestimmung des Haartyps

Was bedeutet es überhaupt, lockiges Haar zu haben?

Zwei Menschen mit sehr unterschiedlichen Haaren können von sich mit Fug und Recht behaupten, dass sie Locken haben. Dadurch wird es aber schwer, einen einheitlichen Guide für diesen Haartyp zu erstellen. Hier muss also mit der Curly-Girl-Methode nachgeholfen werden. Die Curly-Girl-Methode wurde 2001 von der Friseurin Lorraine Massey entwickelt, um Lockenköpfen dabei zu helfen, eine passende Pflegeroutine für ihren speziellen Lockentyp zu finden. Diese Methode klassifiziert Haare in vier Kategorien mit jeweils drei Unterkategorien. Wichtig: die Curly-Girl-Methode hat sich mit den Jahren natürlich weiterentwickelt und es sind auch andere Klassifizierungssysteme parallel dazu entstanden. Das zeigt schon, dass sie nicht die Bedürfnisse aller Haartypen decken kann. Ich benutze sie lediglich als Orientierung – es gilt noch immer, zuerst auf die eigenen Haare zu hören. 

Die angeführte Methode, entwickelt von Andre Walker, welche zur Klassifizierung der Haare dient, ist eine der bekanntesten.

Wie in dem Bild ersichtlich, sind das, was wir bekannterweise als Locken bezeichnen würden dem Haartyp 3 zugeordnet. Die Unterkategorien A-C bestimmen den Grad der Locke. Mir persönlich hat es sehr geholfen, meinen Haartyp herauszufinden. Besonders in Kombination mit anderen Faktoren wie der Haarstruktur, Porosität und der Haardichte konnte ich eine gute Pflegeroutine zusammenstellen. Naturbelassene Sheabutter hat für mich dadurch einen fixen Platz in meinem Badezimmerschrank bekommen, denn meine Haare verlieren schnell an Feuchtigkeit. Auch sind meine Locken durch die Zufuhr von Sheabutter wunderschön definiert und bleiben so über mehrere Tage hinweg (ein großes Wunder bei meinem Haartyp).

Ein Tipp für reisefreudige Lockenköpfe: Immer etwas Sheabutter mit in den Reisekoffer packen! Besonders in feuchten Klimazonen hat mir naturbelassene Sheabutter viele Bad-Hair-Days erspart. Am besten sollte man sie gleich zu Hause kaufen, denn Sheabutter und andere Produkte für Lockenköpfe sind nicht überall in dem Ausmaß und der Qualität erhältlich wie bei uns.  

Die LOC-Methode mit naturbelassener Sheabutter

Eine allbekannte Art der Pflege für Menschen mit gelockten und gekrausten Haaren ist die LOC-Methode. Liquid-Oil-Cream bedeutet das Verwenden von verschiedenen Haarprodukten in einer bestimmten Reihenfolge nach der Haarwäsche. Damit wird neu gewonnene Feuchtigkeit optimal im Haar gespeichert. Zuerst trägt man nach der Haarwäsche ein Produkt auf Wasserbasis auf (oder einfach Wasser), danach ein Öl gefolgt von einer Creme, die das Haar versiegelt. Ich verzichte meistens auf den letzen Schritt wenn ich mit Sheabutter arbeite, denn sie versiegelt das Haar ausreichend und ein weiteres Produkt würde mein feines Haar nur unnötig beschweren.

Für die LOC-Methode, oder in meinem Fall die LO-Methode, verwende ich ein Produkt auf Wasserbasis oder trockne meine Haare einfach nicht vollständig. Gleich im Anschluss darauf trage ich ein bisschen geschmolzene Sheabutter auf. Da meine Haare relativ lang sind, verwende ich in etwa ein bisschen mehr als eine kastaniengroße Portion. 



Naturbelassene Sheabutter ist besonders gut für die LO(C)-Methode geeignet, da sie einen hohen Anteil an Unverseifbarem hat. Unverseifbar bedeutet einfach erklärt, dass sich ihre Moleküle nicht so leicht in Wasser auflösen und die Butter dadurch länger am Haar haften bleibt. Sheabutter besteht in etwa zu zehn Prozent aus unverseifbaren Bestandteilen. Im Vergleich dazu besteht Olivenöl in etwa zu zwei Prozent aus unverseifbaren Bestandteilen. Ausserdem dringt Sheabutter tief in die Haarschichten ein und versiegelt somit gut die Feuchtigkeit. Wie jedes andere Fett benötigt Sheabutter jedoch einen Feuchtigkeitsspender! Alleine spendet sie keine Feuchtigkeit, weshalb sie nicht auf das trockene Haar aufgetragen werden sollte.

Da lockiges Haar sehr viel Pflege benötigt, ist es immer eine gute Idee, mit Sheabutter herum zu experimentieren. So findest du heraus, was genau dein Haar braucht. Ich mische zum Beispiel sehr gerne Bio-Kokosöl mit naturbelassener Sheabutter.


DIY-Rezepte für glattes, welliges, lockiges und gekraustes Haar findest du auf der LASOYI-Rezeptseite.

Den kompletten LASOYI-Haardguide findest du hier.  

Über die Autorin

Daphne hat vor kurzem ihr Studium der Transkulturellen Kommunikation in Wien abgeschlossen und studiert Internationale Entwicklung. Sie ist sehr reisefreudig – ein Gefühl, das sich besonders in den kalten Wintermonaten verstärkt – und verbringt deshalb sehr viel Zeit in Lateinamerika. Daphne ist Teil der Wiener Schwarzen- und PoC-Community und sieht POC-sensible Werbetexte, Artikel und Übersetzungen als einen wichtigen Beitrag für das Empowerment der deutschsprachigen BIPoC-Community. Erreichen kannst du sie auf Instagram @empowered.stories oder per Mail: Daphne.Nechyba@gmail.com